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Verloren unter 100 Freunden - Wie wir in der digitalen Welt seelisch verkümmern

Sherry Turkle

Buchcover
Wie verändern wir Menschen uns durch die Benutzung von modernen Technologien? Arbeiten wir effektiver, finden wir mehr Zeit für Familie und Freunde, erweitern wir unser Erfahrungsspektrum? Wie fühlen sich wohl Kinder, deren Eltern nicht einmal beim Abendessen von ihrem Smartphone aufschauen? Warum verbringen viele Menschen einen Großteil ihrer Freizeit in virtuellen Welten wie Facebook und Second Life? Wollen wir wirklich den Austausch mit unseren Mitmenschen immer mehr auf soziale Netzwerke und Kurznachrichten verlagern? Was hat dazu geführt, dass sich viele bei intimen Fragen oder Geständnissen lieber Fremden oder gar humanoiden Robotern anvertrauen, anstatt das persönliche Gespräch zu suchen? Wieviel Privatsphäre bleibt mir heute noch? Wieviel bekomme ich von meiner unmittelbaren Umwelt eigentlich noch mit, wenn ich immer vernetzt sein muss? Beziehungsweise, muss ich das überhaupt?

Das sind wichtige Fragen unserer Zeit, die viel zu selten gestellt werden. Diesen und vielen weiteren Fragen geht Sherry Turkle in diesem Buch auf den Grund. Sherry Turkle ist Psychologin und Professorin am MIT und hat sich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit der Begegnung zwischen Mensch, Maschine und Bildschirm auseinandergesetzt. Entsprechend geht sie in ihrem Buch sehr systematisch und wissenschaftlich vor. Es werden hunderte Quellen als Referenz oder zum Weiterlesen aufgeführt. Es handelt sich aber um keine trockene Abhandlung, im Gegenteil: Es geht um etliche Fallstudien und Interviews in Kindergärten, Schulen, Elternhäusern, Altenheimen, Konferenzen und Laboratorien. Und so erfährt man ganz konkret, wie die Menschen mit den modernen Technologien leben, vor allem welche Opfer sie dafür bringen müssen. Einige Anekdoten klingen wie Science-Fiction, sind aber längst zur Realität geworden. Eine voreingenommene altmodische Wertung kann man der Autorin insofern nicht unterstellen; sie ergibt sich vielmehr erst ganz zum Schluss und ist auch eher als einfühlsamer Ansatz formuliert.

Der Originaltitel Alone Together: Why We Expect More from Technology and Less from Each Other bringt viel besser auf den Punkt, worum es eigentlich geht. Im ersten Teil des Buches geht es um verschiedene soziale Roboter, "Neue Freunde in der Einsamkeit". Im zweiten Teil geht es um die virtuelle Vernetzung, "Neue Einsamkeit unter Freunden". Leider werden nur wenige Beziehungen zwischen beiden Teilen hergestellt. Man kann den zweiten und womöglich für viele auch relevanteren Teil unabhängig vom ersten lesen. Es gibt noch zwei weitere Kritikpunkte: Man muss für die interessanten Fußnoten ständig hin- und herblättern. Außerdem wiederholt sich im ersten Teil die Schlussfolgerung, dass wir soziale Roboter als lebendig genug für unsere Zwecke ansehen, ziemlich oft.

Besonders beunruhigend finde ich die Beobachtung, dass uns die Fähigkeit zum Alleinsein, zur Selbstreflektion und zum Innehalten immer mehr abhanden kommt. Die nächste Generation wächst an einer virtuellen Nabelschnur auf. Und die Flucht in virtuelle Welten hat schon längst begonnen. Ich halte dieses Buch bzw. die darin angesprochenen Themen für unheimlich wichtig. Zumal jeder von uns täglich damit zu tun hat. Es sollte mehr darüber gesprochen werden. Und dafür bietet dieses Buch eine sehr gute Grundlage.


Hinzugefügt am: 2012-11-10
Kritiker: Martin_Infinite
Bewertung

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Gelesen: 4032




Durchschnittsbewertung: 4 Bewertungen

Suchbegriffe : Internet :: Soziale Netzwerke :: Smartphones :: Robotik :: Sozialwissenschaften :: Psychologie :: Kommunikation :

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Weitere Kommentare:
Verloren unter 100 Freunden - Wie wir in der digitalen Welt seelisch verkümmern
Bewertung Keine Wertung von davidhigh am 16.01.2013

davidhigh schreibt:

Ich kenn das Buch nicht, aber

"Why We Expect More from Technology and Less from Each Other"

zu

"Wie wir in der digitalen Welt seelisch verkümmern"

übersetzen, halt ich für ne Unverschämtheit.

Gruß, David



(Dieser Kommentar wurde zu dieser Besprechung geschrieben)

Verloren unter 100 Freunden - Wie wir in der digitalen Welt seelisch verkümmern
Bewertung von Maddy am 25.02.2013


(Dieser Kommentar wurde zu dieser Besprechung geschrieben)

Verloren unter 100 Freunden - Wie wir in der digitalen Welt seelisch verkümmern
Bewertung von mathehorn am 04.06.2013

mathehorn schreibt:

"Why We Expect More from Technology and Less from Each Other" - Danke für den Buchtipp! Ich habe die englische Originalversion gelesen. Auch mich hat das Zurückblättern zu den Fußnoten gestört, ansonsten kann ich das Buch unbedingt weiterempfehlen.

Im ersten Teil mag sich die Autorin zeitweise wiederholen, aber ich fand die vielen geschilderten Situationen der Mensch-Roboter-Kommunikation und -Interaktion dennoch spannend. So werden bspw. Menschen in Altersheimen mit Pflege- bzw. Gesellschaftsrobotern besucht oder Schüler mit Tamagotchis und Kuschelrobotern konfrontiert.
Der zweite Teil ist noch interessanter, da er die Auswirkungen der modernen Kommunikationsmittel (Facebook, SMS, etc.) auf das Alltagsleben beschreibt. So kommen Teenager zu Wort, die Angst haben, jemanden anzurufen und stattdessen stets SMS schreiben. Oder Erwachsene schildern, dass sie ununterbrochen auf ihr Handy bzw. in ihre Mailbox schauen, ob es eine neue Nachricht gibt.

Insgesamt eine spannende Lektüre, die zum Beobachten und Nachdenken anregt.

PS: Wer sich für das Thema Humanoide Roboter interessiert, dem sei auch die schwedische Fernsehserie "Real Humans" ans Herz gelegt.



(Dieser Kommentar wurde zu dieser Besprechung geschrieben)

Verloren unter 100 Freunden - Wie wir in der digitalen Welt seelisch verkümmern
Bewertung von Anonymous am 04.09.2015


(Dieser Kommentar wurde zu dieser Besprechung geschrieben)

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Verloren unter 100 Freunden - Wie wir in der digitalen Welt seelisch verkümmern


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