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Meine Herren, dies ist keine Badeanstalt: Wie ein Mathematiker die Welt veränder

Georg von Wallwitz

Buchcover
Inhalt:
1. Vorwort
2. Ungehaltener Nekrolog
3. Zwei Vögel, ein Frosch und der Erzengel des Fortschritts
4. Ein geschärfter Geist
5. Hilbert geht nach Göttingen
6. Die 23 Probleme in Paris
7. „Der Beginn der Kultur der Gegenwart“
8. Hilbert lernt Physik
9. Zwei wirkliche Kerle
10. Dies ist keine Badeanstalt
11. Ein endliches Spiel
12. Von Neumann, Bologna
13. Wunderknaben in Göttingen
14. „Ein dämonischer Mangel an Plausibilität“
15. Demonstrationes Catholicae
16. Im Licht der Logik
17. Translatio Imperii
18. Nachwort

256 Seiten
Berenberg Verlag GmbH; 1. Auflage 2017

Meine Einschätzung:
- eher Hilbert und seine Zeit
- Leibniz-Kapitel überflüssig
- warum Trauerfeier für Hilbert am Anfang des Buches

Fazit:
man erfährt viel über den Beginn des 20.Jahrhunderts – die Lebensdaten von Hilbert und seiner Familie erfährt man eher nicht


Hinzugefügt am: 2019-08-13
Kritiker: Delastelle
Bewertung

Gelesen: 148




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Weitere Kommentare:
Meine Herren, dies ist keine Badeanstalt: Wie ein Mathematiker die Welt veränder
Bewertung von Gerhardus am 13.08.2019

Gerhardus schreibt:

Schöngeistige Schilderungen, durchmischt mit drastischen Superlativen, lassen Hilberts Zeit und seine zahlreichen, nicht weniger berühmten Gesprächspartner lebendig werden, auch für „mathematisch nicht vorgebildete Leser“, auch wenn ihnen Hilberts axiomatische Methode ein Rätsel bleiben muss. „Heute ist sie [die Mathematik] nicht mehr Teil der Allgemeinbildung,“ (S. 8) meint GvW. Bis 1990 sorgte für Allgemeinbildung in Mathematik Herbert Meschkowski, der im Buch „Mathematik“ der Reihe „Wissen der Gegenwart“ 1969 über Hilberts „Grundlagen der Geometrie“ informierte (S. 54):
Wir können nicht definieren, was ein Punkt und was eine Gerade ist. Also lassen wir es bleiben. In dem für die moderne Geometrie wichtigen Buch von DAVID HILBERT über die »Grundlagen der Geometrie« — erste Auflage 1898, Neudruck 1958 — stehen am Anfang die folgenden Sätze:
»Wir denken drei verschiedene Systeme von Dingen: Die Dinge des ersten Systems nennen wir Punkte und bezeichnen sie mit A, B, C, ...; die Dinge des zweiten Systems nennen wir Geraden und bezeichnen sie mit a, b, c, ...; die Dinge des dritten Systems nennen wir Ebenen und bezeichnen sie mit α, ß, γ,….; die Punkte heißen auch Elemente der linearen Geometrie, die Punkte und Geraden heißen die Elemente der ebenen Geometrie, und die Punkte, Geraden und Ebenen heißen die Elemente der räumlichen Geometrie oder des Raumes. Wir denken die Punkte, Geraden und Ebenen in gewissen gegenseitigen Beziehungen und bezeichnen diese Beziehungen durch Worte wie >liegen<, >zwischen<, >parallel<, >kongruent<, >stetig<; die genaue und vollständige Beschreibung dieser Beziehungen erfolgt durch die >Axiome der Geometrien«
Das radikal Neue an dieser Auffassung ist dies, daß hier nicht gesagt wird, was Punkte, Geraden und Ebenen sind.

Diese Allgemeinbildung ist heute verschwunden, und damit das wirkliche Verstehen von Hilberts Bierseidel-Anekdote (S. 59, 73-74).
Auf S. 218 legte Kurt Gödel „eine Schneise der Verwüstung durch das Hilbert-Programm zur Begründung der Mathematik in einem endlichen, vollständigen und widerspruchsfreien Satz von Axiomen.“ So wüst war Gödel nicht, aber John von Neumann „hielt das Hilbert-Programm für erledigt und jeden weiteren Gedanken an die formalistische Grundlegung für verschwendet.“ (S. 225)

Hilbert wollte nie politisch sein, wurde es aber im Dienste der Wissenschaft, als er sich 1914 dem Aufruf der deutschen Professoren für den Krieg widersetzte, als er für Emmy Noether als Professorin kämpfte, als er 1917 einen Nachruf auf Gaston Darboux schrieb und sich immer wieder für die Verständigung der Europäer einsetzte.
Der Exodus aus Göttingen 1933 wird nicht als Verwüstung geschildert, eher als ein reibungsloser Vorgang. Die plötzliche Entlassung von Courant, Noether und M. Born im April 1933 war selbst nach Hitlers Berufsbeamtengesetz nicht statthaft und völlig willkürlich, eine Zerstörung, Demütigung und Traumatisierung einer großartig genialen Gemeinschaft von Mathematikern und Physikern.

Der Verlag hat 25% des Manuskriptes gestrichen, um das Buch besser verkaufen zu können. Keine Bilder, Literaturhinweise nur in den Fußnoten. Am meisten wird der Leser ein Personenregister vermissen, und da das Inhaltsverzeichnis mehr Andeutungen als Inhalt zeigt, folgt hier mehr Inhalt:
Kap. 2: Hilberts Tod 1943
Kap. 3: Mit Hurwitz und Minkowski in Königsberg
Kap. 4: Fortschrittsglauben und Mathematik im 19. Jh., Georg Cantor
Kap. 5: Klein holt Hilbert nach Göttingen, Werk „Grundlagen der Geometrie“
Kap. 6: Rede auf dem Kongress in Paris
Kap. 7: Leben in Göttingen, Sohn Franz, Einsteins Relativitätstheorie
Kap. 8: Minkowski Erbe: Verbindung zur Physik, A. Sommerfeld, Wolfskehl-Preis
Kap. 9: Hilbert und Einstein in Göttingen
Kap. 10: Emmy Noether
Kap. 11 Sohn Franz, logische Grundlagen der Mathematik
Kap. 12 John von Neumanns Spieltheorie, Hilbert in Bologna 1928, Streit mit L. Brouwer
Kap. 13 N. Bohr, Max Born, W. Pauli, W. Heisenberg, Rockefeller-Stiftung
Kap. 14 P. Dirac, Oppenheimer, Quantenphysik
Kap. 15 Exkurs: Leibniz’ Ideen zur Berechenbarkeit der Welt
Kap. 16 Ende des Hilbert-Programms durch K. Gödel
Kap. 17 Göttinger Exodus

James Franck und Richard Courant werden im Buch nur sehr knapp vorgestellt als die „taktvollsten und umgänglichsten Professoren, welche die Physik bzw. Mathematik damals in Göttingen zu bieten hatte.“ Was soll man da über die anderen, über Hilbert und Max Born denken?

Ich bewundere den Mut und die Energie des Fondsmanagers G.v.Wallwitz zur ersten Hilbert-Biographie in deutscher Sprache (seit Blumenthals Kurzbiographie zu Hilberts 60. Geburtstag). Die umfangreichere Biographie von C. Reid basierte auf den Erinnerungen von R. Courant und ist nie auf deutsch erschienen. Eine Biographie erfordert zahllose Recherchen, Blickwinkel und hier noch die Rolle der Mathematik. In Göttingen trafen sich zahllose Koryphäen der Mathematik und Physik, die vorzustellen, einen breiten Raum im Buch einnimmt. Manches Bild wird in der Kürze vereinfacht oder weggelassen, wie die entsetzliche Provinzialität von Göttingen, wo Einstein nie hinwollte, wo Mathematiker und Physiker missgünstig behandelt wurden. Hilbert wurde Ehrenbürger von Königsberg, aber nicht von Göttingen, dort wurde er als Pazifist immer schief angesehen.

Hier ist die Besprechung von Ulf von Rauchhaupt.
Ulf von Rauchhaupt (UR) schreibt, das sei keine Biographie, weil im Sinne eines Historikers weder neue Quellen noch neue Erkenntnisse ausgewertet werden. Da der Autor große Teile von Hilberts Leben dokumentiert, ist es für doch eine Art Biographie.
UR weiter: „Es gab so gut wie keine Politik…“ Hilbert war politischer als er es wollte: 1914 seine Ablehnung der Deklaration der 93, sein Eintreten für Völkerverständigung und sein Kampf für E. Noether und zum Schluss die Nazi-Katastrophe.
UR weiter: Ein Buch für ein „mathematisch nicht vorgebildetes Publikum“. Wer sind diese Leute? Vermutlich gilt das Gegenteil: Nur Mathematiker lernen hier Geschichte der Mathematik.

 


 


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