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Matroids Matheplanet Forum Index » Erfahrungsaustausch » Modulauswahl zu Beginn von Teilzeitstudium - Analysis 1 oder Lineare Algebra 1
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Universität/Hochschule Modulauswahl zu Beginn von Teilzeitstudium - Analysis 1 oder Lineare Algebra 1
Nachteuler
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Themenstart: 2020-09-19


Liebe Mathefreundinnen und -freunde

Ich habe mich hier neu angemeldet (was längst überfällig war) und möchte eine Frage in die Runde stellen, auf die ich mit der Suchfunktion keine Antworten gefunden habe.

Zu meiner Situation:

Ich komme aus der Schweiz, bin dieses Jahr 30 geworden, habe einen 1.5 jährigen Sohn, bin getrennt und habe nach einem längeren Unterbruch den Einstieg in einen meiner Traumberufe gefunden.
Ich werde demnächst an einer höheren Fachschule für Technik Mathematik dozieren. Die fachlichen Grundlagen dazu habe ich mir in meinem Bachelorstudium in Elektrotechnik (FH) angeeignet (30 ECTS in Mathematik). Diese reichen für den Unterricht an einer HF aus.

Nun gibt mir der Dozentenberuf die Möglichkeit an wenigen Tagen / Abenden oder Samstags unterrichten zu können. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, ein weiteres Studium zu beginnen. Und da ich fasziniert bin von der Wissenschaft, der Philosophie, Mathematik etc. möchte ich an einer Uni studieren. Finde es einfach schön.

Allerdings muss ich alles unter ein Dach bringen können, Kind, Beruf, Studium. Weswegen nur ein Teilzeitstudium in Frage kommt.



Zu meinen Plänen:


Wenn alles in Ordnung geht, möchte ich im Herbst 2021 einen Bachelor an der Uni Zürich beginnen. Und wie man ja bereits vermuten kann, möchte ich mich im Hauptfach an die Mathematik wagen (120ECTS). Fürs Nebenfach wähle ich Philosophie.
Mathematik fasziniert mich in ihren Grundzügen. Sie fasziniert mich als Sprache und als logisches Konstrukt. Kurzum: Ich will Mathematik um der Mathematik willen studieren.

Aufgrund meiner Situation werde ich allerdings statt 30ECTS pro Semester, ca. 20ECTS pro Semester machen. Ich will das Studium einerseits nicht ins unendliche verlängern, aber habe auch entsprechenden Respekt vor der Arbeitsmenge in der Mathematik.

Mir ist bewusst, dass Ingenieurmathematik und Uni-Mathematik zwei unterschiedliche Welten sind, darauf müssen wir hier nicht eingehen.


Zur Frage:

Im ersten Semester stehen mir folgende in Frage kommende Wahl(-pflicht)module zur Auswahl:

- Python Grundlagen für Anwendungen in der Mathematik (4 ECTS)
- Programmierung MatLab (2 ECTS)
- Grundlagen der Mathematik (3 ECTS)
- Lineare Algebra 1 (9 ECTS)
- Analysis 1 (9 ECTS)

Dabei würde ich gerne noch ein wenig Platz lassen, um eine Philosophievorlesung besuchen zu können. Diese hätte einen Umfang von 6 ECTS.

Jetzt bleiben mir also noch +/- 14 ECTS für Mathe. Und die eigentliche Frage ist nun:

Frage: Würdet ihr mir Analysis 1 oder Lineare Algebra 1 empfehlen? Oder spielt es gar keine Rolle? Interessant sind beide für mich.

Aufbauende Module folgen ziemlich linear: LA II und LA III sowie Analysis II und Analysis III.
Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob dann Methoden aus der LA I in Analysis II gebraucht werden könnten und umgekehrt. Deswegen meine Unsicherheit.


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Entschuldigung für den langen Post. Ich bin schlecht darin, auf den Punkt zu kommen😄aber man kann ja üben🤔

Ich bedanke mich jetzt schon für eure Gedanken und Auskünfte und wünsche euch eine gute Zeit!

Nachteuler


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Was ist der Unterschied zwischen einem Krokodil?



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Kezer
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.1, eingetragen 2020-09-19


Eigentlich kommt man in der Mathematik ohne die Grundlagen Analysis und lineare Algebra fast nirgendswo aus. Wenn man sich zwischen diesen entscheiden muss, würde ich allerdings lineare Algebra empfehlen - fast alle Gebiete der Mathematik bauen darauf auf. Spätestens in der Analysis 2 wirst du bereits nicht weit kommen, ohne etwas lineare Algebra zu können (schließlich sind Ableitungen nichts anderes als lineare Abbildungen).

Viel Erfolg und Spaß in deinem neuen Lebensabschnitt!


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The difference between the novice and the master is that the master has failed more times than the novice has tried. ~ Koro-Sensei



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Nachteuler
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.2, vom Themenstarter, eingetragen 2020-09-19


Hallo Kezer

Cool vielen Dank für die Infos!

Verstehe... ja das stimmt eigentlich. Die lineare Algebra scheint also überhaupt mal sozusagen das Alphabet und die Grammatikregeln festzulegen, die auch der Analysis zugrunde liegen.

Das ist einleuchtend.

Danke😁



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PrinzessinEinhorn
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.3, eingetragen 2020-09-19


Was spricht denn dagegen beides zu belegen?
Du hast ein Jahr Zeit dich eigenständig darauf vorzubereiten. Also kannst du die Analysis I und lineare Algebra bereits vorarbeiten, und hast dann die Möglichkeit beide Kurse parallel zu belegen, weil du die meiste Arbeit dann ja schon gemacht hast.

Ich halte es für realistisch, dass du innerhalb von einem Jahr ganz gut jeweils ein Buch zur Analysis I (etwa das von Otto Forster, woran sich viele Vorlesungen stark orientieren, ich würde aber nicht sagen, dass es das "beste" Buch zur Analysis I ist), sowie zur linearen Algebra (ich kenne nur das von Beutelspacher [gut, ich kenne auch das von Roman, aber das ist "advanced"... sagt jedenfalls der Titel], was sich sehr gut als "erstes" Mathebuch eignet, ob es für dich etwas ist, weiß ich nicht. Ist eher etwas für Abiturienten, die gerade das erste mal ihren Fuß in die Uni setzen, man kann es aber auch sonst wohl ohne schlechtem Gewissen empfehlen).

Wobei die Bücher natürlich ausführlicher sind, und viel Umfangreicher als das was man im ersten Semester schaffen kann.

Es macht meiner Meinung nach nicht wirklich Sinn, die Einführungsvorlesungen so aufzuteilen.

Meinem empfinden nach ist es auch nicht so arbeitsintensiv, weil es eben Einführungsvorlesungen sind, du mathematische Vorbildung hast, und wahrscheinlich auch die nötige reife und Erfahrung besitzt, dass du das schaffen kannst.

Aber um deine Frage zu beantworten:

Ich würde dir auch die lineare Algebra empfehlen.
Denn was man in der Analysis I lernt ist eigentlich gar nicht so wichtig.

Die Sätze welche bewiesen werden sind recht beschränkt, und schon in Analysis II macht man dann praktisch alles nochmal, in einem allgemeinerem Rahmen.

Es ist natürlich gut, wenn man weiß was Stetigkeit im "anschaulichen Fall" bedeutet, und man Zeit hatte die Epsilontik zu verstehen.

Der Fokus in den Einführungsvorlesung ist eigentlich auch gar nicht so sehr die mathematische Theorie, sondern eher die mathematische Arbeitsweise zu lernen.

Wie arbeitet man mit einem Skript.
Einfache Beweismethoden einüben etc.

Man kommt also eigentlich auch ganz gut ohne Analysis I aus. [Nachtrag: Also ohne die Sätze der Analysis I. Wie gesagt geht es in de Einführungsvorlesungen weniger darum eine Theorie zu lernen, die man später ständig braucht, sondern um die mathematische Denkweise zu lernen, die man später ständig braucht, und auf der alles weitere aufbaut.]

Aber ohne lineare Algebra wird es schon schwieriger.
Mathematik lässt sich meinem empfinden nach auch erstmal besser in der linearen Algebra lernen.

Ist aber Geschmackssache. Im Zweifelsfall solltest du einfach das machen, was dich mehr interessiert.

In aller Kürze:

Nimm dir jetzt schon die Literatur (eine unüberschaubare Liste) vor.
Warum auch nicht?
Immerhin macht es Spaß, und es geht dir ja sowieso um die Mathematik.

Anfangen mit linearer Algebra, oder Analysis I.

Das mit dem auf den Punkt kommen, muss ich in der Angelegenheit auch nocht üben.
:)



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Nuramon
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.4, eingetragen 2020-09-19


Hallo,

mit Mathematik als Hauptfach wirst du nicht darum herumkommen früher oder später beide Vorlesungen zu hören.

Wie Kezer schon angedeutet hat, könnte Analysis II ein Problem für dich werden, wenn du Lineare Algebra I noch nicht gehört hast. Umgekehrt dürfte Lineare Algebra II ohne Analysis I aber machbar sein.
Wenn du im ersten Semester nur Analysis I hörst, dann könnte es also passieren, dass du im zweiten Semester keine Vorlesung zur Verfügung hast, mit der du ohne viel zusätzliche Arbeit zurecht kommst.

Daher rate ich ebenfalls zu Linearer Algebra als Einstieg.

Es gibt übrigens eine einfache Methode, mit der man testen kann, ob jemand eher an Algebra oder eher an Analysis interessiert ist. Das korreliert nämlich damit, wie man Maiskolben isst: hier.

[Die Antwort wurde nach Beitrag No.2 begonnen.]



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traveller
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.5, eingetragen 2020-09-20


2020-09-19 21:12 - Nachteuler im Themenstart schreibt:
Ich werde demnächst an einer höheren Fachschule für Technik Mathematik dozieren. Die fachlichen Grundlagen dazu habe ich mir in meinem Bachelorstudium in Elektrotechnik (FH) angeeignet (30 ECTS in Mathematik). Diese reichen für den Unterricht an einer HF aus.

Hallo,

Ehrlich gesagt befremdet mich das etwas. In der Schweiz werden für das Lehrdiplom für Maturitätschulen (also Sekundarstufe II) als fachwissenschaftliche Voraussetzung inzwischen nur für das Zweitfach schon 90 ECTS verlangt (Erstfach 120 ECTS). Und an einer Technik-HF (immerhin Tertiärstufe) kann man bereits mit 30 ECTS unterrichten, welche "nur" Ingenieur-Mathe auf Bachelor-Niveau enthalten und nicht mal absolute Grundlagen wie Analysis und LinAlg?

Und das betrifft nur die Fachstudien; wurde dir nicht auferlegt, dich auch didaktisch entsprechend ausbilden zu müssen?



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Nachteuler
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.6, vom Themenstarter, eingetragen 2020-09-20


Erst einmal vielen dank für all eure Antworten!

Ich habe mir das nun ein wenig überlegt und theoretisch könnte ich die Philosophie Vorlesungen mal aussen vor lassen und auf später verschieben und mich zunächst auf die Mathematik konzentrieren. Dann könnte ich nämlich auch wirklich beide Module belegen. An sich ist das für mich auch stimmig.

Sonst würde ich nach euren Auskünften entsprechend LinAlg belegen. Aber die neue Variante ist eigentlich für den Anfang fast sinnvoller.

Danke noch einmal!



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Nachteuler
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.7, vom Themenstarter, eingetragen 2020-09-20


2020-09-20 10:30 - traveller in Beitrag No. 5 schreibt:
2020-09-19 21:12 - Nachteuler im Themenstart schreibt:
Ich werde demnächst an einer höheren Fachschule für Technik Mathematik dozieren. Die fachlichen Grundlagen dazu habe ich mir in meinem Bachelorstudium in Elektrotechnik (FH) angeeignet (30 ECTS in Mathematik). Diese reichen für den Unterricht an einer HF aus.

Hallo,

Ehrlich gesagt befremdet mich das etwas. In der Schweiz werden für das Lehrdiplom für Maturitätschulen (also Sekundarstufe II) als fachwissenschaftliche Voraussetzung inzwischen nur für das Zweitfach schon 90 ECTS verlangt (Erstfach 120 ECTS). Und an einer Technik-HF (immerhin Tertiärstufe) kann man bereits mit 30 ECTS unterrichten, welche "nur" Ingenieur-Mathe auf Bachelor-Niveau enthalten und nicht mal absolute Grundlagen wie Analysis und LinAlg?

Und das betrifft nur die Fachstudien; wurde dir nicht auferlegt, dich auch didaktisch entsprechend ausbilden zu müssen?


Hallo traveller

Okay vielleicht müssten wir kurz sichergehen, ob wir unter "Ingenieurmathematik" das Gleiche verstehen.
Ich hatte sehr wohl Lineare Algebra sowie 2 grosse Analysis Module (je 8 ECTS) in der Ingenieurausbildung. Natürlich haben sie nicht denselben Tiefgang, wie in einem Mathematikstudium, dennoch vermitteln sie genügend Grundlagen.

Oder dachtest du etwa, dass Ingenieurmathematik ohne jegliche LinAlg und Analysis auskommt? Würde ja keinen Sinn ergeben. Der Grund weshalb ich vor der obigen Entscheidung stand, war dass in einem Mathematikstudium das ganze offensichtlich noch viel tiefer geht und diese Tiefe auch benötigt wird für aufbauende Module. Deswegen wollte ich mich nicht einfach auf mein bisheriges Wissen verlassen.

Eine didaktische Ausbildung ist im Normalfall Pflicht, wenn man unterrichten möchte und ich habe eine solche auch. Habe vorher 3 Jahre lang an einer technischen Berufsfachschule unterrichtet. Die erste didaktische Ausbildung erlaubt ein Unterrichtspensum von bis zu 50%. Eine aufbauende Ausbildung erlaubt dann ein Pensum von bis zu 100%.

Es ist beispielsweise nicht möglich, an einer Berufsmaturität oder an einem Gymnasium Mathematik zu unterrichten, ohne ein entsprechendes Fachstudium auf Uni-Master Niveau.

Für höhere Fachschulen allerdings, sind die Anforderungen nicht so hoch. Da reicht ein Ingenieurstudium + didaktische Ausbildung.

Die Mathematik, welche an einer höheren Fachschule gelehrt wird, hat auch nicht den Umfang und Tiefgang, wie die einer Ingenieurausbildung. Die fachliche Überhöhung ist also gegeben.



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traveller
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.8, eingetragen 2020-09-20


Okay.

2020-09-20 15:53 - Nachteuler in Beitrag No. 7 schreibt:
Es ist beispielsweise nicht möglich, an einer Berufsmaturität oder an einem Gymnasium Mathematik zu unterrichten, ohne ein entsprechendes Fachstudium auf Uni-Master Niveau.

Für höhere Fachschulen allerdings, sind die Anforderungen nicht so hoch. Da reicht ein Ingenieurstudium + didaktische Ausbildung.

Finde ich aber noch immer seltsam, dass die tertiäre HF geringere Anforderungen als sekundäre Gymnasien stellt.



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Nachteuler
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.9, vom Themenstarter, eingetragen 2020-09-20


2020-09-20 16:19 - traveller in Beitrag No. 8 schreibt:
Okay.

2020-09-20 15:53 - Nachteuler in Beitrag No. 7 schreibt:
Es ist beispielsweise nicht möglich, an einer Berufsmaturität oder an einem Gymnasium Mathematik zu unterrichten, ohne ein entsprechendes Fachstudium auf Uni-Master Niveau.

Für höhere Fachschulen allerdings, sind die Anforderungen nicht so hoch. Da reicht ein Ingenieurstudium + didaktische Ausbildung.

Finde ich aber noch immer seltsam, dass die tertiäre HF geringere Anforderungen als sekundäre Gymnasien stellt.

Ja da bin ich ehrlich gesagt absolut deiner Meinung! Meiner Meinung nach ist das Didaktik-Gebiet in der schweizerischen Bildungspolitik sowieso ein wenig fragwürdig. Da gibt es noch einige Dinge, die ich nicht so nachvollziehen kann.

Ein möglicher Grund für Ingenieure als Ausbildner an der HF könnte auch die erwartete Praxisnähe sein. Anders formuliert, an der HF werden im Normalfall nur kleine Pensen pro Dozent vergeben, mit der Idee, dass diese nebenbei noch ihren Hauptberuf ausüben und dadurch einen besseren Praxistransfer ermöglichen. Der Schulleiter hat mir gesagt, dass sie sogar bei der Mathematik am liebsten für jeden Studiengang, den passenden Ingenieur vom Fach einsetzen.Ich beispielsweise soll die Elektrotechniker HF unterrichten, während für die Maschinenbauer ein anderer entsprechender Dozent kommen soll.

Kann ich daraus schliessen, dass in Deutschland auch für HF Dozenten ein Fachstudium (Master) + Lehramt benötigt wird?



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traveller
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.10, eingetragen 2020-09-20


2020-09-20 17:32 - Nachteuler in Beitrag No. 9 schreibt:
Kann ich daraus schliessen, dass in Deutschland auch für HF Dozenten ein Fachstudium (Master) + Lehramt benötigt wird?

Ich bin ebenfalls Schweizer kenne das deutsche System nicht. Vielleicht aber jemand anders.



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Nachteuler
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.11, vom Themenstarter, eingetragen 2020-09-20


Achso okay :D

Ich würde gerne noch eine Frage stellen, ohne gleich einen neuen Thread starten zu müssen.

Ich werde den Tipp von PrinzessinEinhorn beherzigen und im Eigenstudium mich auf die Uni vorbereiten.

Dafür würde ich nochmal gerne wissen, welche Bücher sich eignen.

PrinzessinEinhorn hat mir bereits das Buch von Otto Forster für Analysis und Beutelspacher für Lineare Algebra empfohlen.
Gibt es noch andere Empfehlungen oder soll mir die mal bestellen?

Wobei ich habe bereits für Analysis das Buch "Lehrbuch der Analysis 1" von Heuser bestellt letzte Woche. Hatte also bereits recherchiert dafür.

Ich wäre froh, wenn die Bücher auf 1. Semester Uni-Niveau sind.



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PrinzessinEinhorn
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.12, eingetragen 2020-09-20


Zur Literatur:

Man macht nichts falsch, wenn man einfach etwas besorgt, und dann damit anfängt. So groß sind die unterschiede in der Literatur wohl nicht. Manche Bücher sind besser, manche schlechter. Ein bestes Buch wird es wohl nicht geben, da es viel um den persönlichen Geschmack geht.
Vielleicht kannst du dich auch mal mit einer Uni in deiner Umgebung in Verbindung setzten. Die Bibliotheken haben mittlerweile wohl wieder geöffnet, und dann könntest du da mal in die Bücher schauen.

Grundsätzlich gilt, wo Analysis I, oder Lineare Algebra drauf steht, ist auch das entsprechende drin.
Du kannst diese Literatur also eigentlich immer ohne größere bedenken bestellen. Normalerweise steht die Zielgruppe ja auch hinten drauf. In jedem Fall werden sie sich an Studenten im ersten Semester richten.

Zum Buch von Heuser hätte ich nicht unbedingt gegriffen, aber das ist eben Geschmackssache. Es ist auch schon etwas her, dass ich das letzte mal damit wirklich gearbeitet hatte. Ich gucke jedenfalls ungern in dieses Buch.
Das Ding mit Heuser ist, dass es sehr umfangreich ist, auch was Erklärungen angeht. Das kann man mögen, oder nicht.

Es ist nun mal so, dass Heuser 600 Seiten hat. Es ist also deutlich umfangreicher als das was du in einer Vorlesung zur Analysis I machen kannst. Ein Skript hätte wohl so um die 120 Seiten.

In der Analysis I ist es zum Beispiel auch so, dass man etwas braucht bevor man wirklich Analysis I macht.
Man braucht natürlich ein paar Grundbegriffe. Logische Grundlagen etc.
Was sind Mengen, was sind Funktionen, ...
Das führt dann dazu, dass Anfängerliteratur auf den ersten Seiten etwas "eigenartig" ist, wovon man sich nicht abschrecken lassen sollte.
Irgendwie muss man anfangen, und dann kommen Techniken, oder vielleicht auch Begriffe vor, die man zu dem Zeitpunkt eigentlich gar nicht kennt. Für den Inhalt des Buches ist das natürlich nicht störend. Anfängern fällt das vielleicht auch gar nicht so auf.

Als ich zum Beispiel das erste mal mit Heuser gearbeitet hatte, da war ich noch im Abitur, und hatte mich unheimlich daran gestört, dass dieses Zeichen verwendet wurde: $\mathfrak{S}$ weil ich nicht wusste wie man es ließt... Es ist ein S. :)
Das hat für mich die Lesbarkeit eingeschränkt.

Die Analysis I geht wohl los wenn man Grenzwerte einführt.
Das ist im Heuser das Kapitel III Grenzwerte und Zahlenfolgen, was auf Seite 142 beginnt.

Man macht also sehr viel bevor man wirklich mit Analysis I anfängt.
Im Buch von Otto Forster wäre das Seite 35, wobei dieses Buch im Gegensatz zu Heuser auch generell schmaler ist.

Gerade diese grundlegendsten Grundlagen fallen Anfängern schwer.

Zur linearen Algebra kannst du dir wie gesagt das Buch von Beutelspacher gut bestellen.
Du kannst es dir auch online ansehen, was zwar nicht legal ist, aber du würdest dir die Literatur ja wohl sowieso zulegen.
Der Stil ist locker, lustig. Es ist aber schon ein ganz normales Lehrbuch.

Es ist vielleicht auch besser wenn du erst mit dem Buch von Beutelspacher lernst, und dann ein anderes nimmst.
Beutelspacher macht einem den Einstieg verhältnismäßig leicht.

Du kannst natürlich auch beide Bücher parallel lesen, und solltest es auch.
Ich finde es zum Beispiel sehr angenehm mehrere Bücher gleichzeitig zu studieren.
Habe ich keine Lust/Energie mehr für das eine, so reizt mich dann oft das andere.



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Nachteuler
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.13, vom Themenstarter, eingetragen 2020-09-20


Vielen Dank für die ausführliche Erklärung!

Genau ich habe mir Heuser bestellt, weil es eben so viele Erklärungen gibt. Ich werde dann ja sehen, ob es meinem Geschmack entspricht🤔

Und ein anderer Grund ist, also eigentlich sogar der Hauptgrund, dass ich wirklich die grundlegendsten Grundlagen eben lernen möchte. Ich möchte mir ein wirklich solides Fundament aufbauen, damit ich auch beim Unterrichten viel besser auf Fragen eingehen kann.

Dann bestelle ich mal noch den Beutelspacher und vielleicht auch den Forster, um 2 Quellen zu haben, falls ich beim Heuser was nicht verstehe etc...



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PrinzessinEinhorn
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.14, eingetragen 2020-09-20


Also Beutelspacher ist nur das was ich kenne.
Ich kenne die alternative Literatur zur linearen Algebra eben nicht.

Ob du zwei Bücher für die Analysis I brauchst, weiß ich nicht.
Wenn du etwas im einen Buch nicht verstehst, wirst du es im anderen wahrscheinlich nicht besser verstehen.

Da ist man dann gefragt solange dran zubleiben, bis man es eben doch versteht.

Ansonsten gibt es ja neben der Analysis und linearen Algebra andere Gebiete der Mathematik, die am Anfang wichtig sind.
Naive Mengenlehre, bzw. die logischen Grundlagen.

Naive Set Theory von Halmos soll sehr gut sein.
Ist aber auch furchtbar teuer.

Du musst es aber mit den Büchern auch nicht übertreiben.

Wichtig ist, was du mit den Büchern machst.
Du hast ja schon studiert, also hast du wohl schon Erfahrung.

Mathebücher sind jedenfalls keine Romane.
Man muss immer mit Stift und Papier dabei sein, und sollte auf jeden Fall die Übungsaufgaben bearbeiten.



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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.15, vom Themenstarter, eingetragen 2020-09-21


Okay. Gut dann beginne ich einfach mal mit Forster. Und andernfalls gibt es ja auch Youtube und dieses Forum hier um Fragen zu klären. 😄

Genau. Ein Modul in den Grundlagen der Logik (Aussagen- und Prädikatenlogik) hatte ich bereits im Philosophiestudium (habe eben schonmal ein Jahr besucht, danach musste ich abbrechen). Und auch in der Digitaltechnik wurde die Logik gelehrt.

Ich werde mir das Buch und den Preis mal anschauen 😄Logik und Mengenlehre sind eben genau diese grundlegendsten Grundlagen, die ich so gerne im Tiefgang verstehen möchte. Ausserdem finde ich es sehr sehr spannend. Nach einem Logikkurs sieht man die Welt irgendwie auch mit anderen Augen.

"Wichtig ist, was du mit den Büchern machst.
Du hast ja schon studiert, also hast du wohl schon Erfahrung.

Mathebücher sind jedenfalls keine Romane.
Man muss immer mit Stift und Papier dabei sein, und sollte auf jeden Fall die Übungsaufgaben bearbeiten."


Absolut, da hast du Recht. Ja ich kenne es zu gut, insbesondere früher im Studium habe ich es gerne übertrieben und mir zu viele Bücher aufgeladen. Meistens lohnt es sich, sich auf weniges zu beschränken und dafür wie du sagst, mit Papier und Stift im Tiefgang durchzuarbeiten.
Zumindest bei meiner Beschaffenheit ist das so 😄

Danke vielmal PrinzessinEinhorn für deine Hilfe!



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PrinzessinEinhorn
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.16, eingetragen 2020-09-21



Ich werde mir das Buch und den Preis mal anschauen

Ich habe gerade nochmal geguckt. Bei Amazon finde ich einen Preis von etwa 11 Euro.
Vorhin hatte ich einen Link von Springer aufgerufen, und dort einen Preis von 50€ für ein Softcover und 70€ für ein Hardcover gefunden.

Wenn man bedenkt, dass das Buch nur etwa 100 Seiten hat, ist das natürlich viel zu viel.

Die Tage zuvor hatte ich auch schon nachgesehen, und dort Preise von über 100 Euro gefunden...




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Nachteuler
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.17, vom Themenstarter, eingetragen 2020-09-21


Ah was? Heftig!! Vielleicht weil so alt und klassiker? Hab auch gerade gesehen, dass es auf Amazon günstig ist.


Sieh mal ich hab noch ein superinteressantes Buch gefunden:

Grundbegriffe der wissenschaftlichen Mathematik - Oliver Deiss

Dieses Buch ist schon eher Roman mässig. Aber geht auf die Begriffe und "Objekte" der Mathematik ein und erklärt deren Beschaffenheit und Sinn.

Aber leider ist es vergriffen :-/ Und ich finds echt nirgends.



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Kitaktus
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.18, eingetragen 2020-09-21


Ich denke, als Ingenieur mit Affinität zur Mathematik stehen die Chancen gut, beide Vorlesungen parallel bewältigen zu können.
In einigen Teilen der Analysis (z.B. Laplace-Transformation) stecken bei uns viele Ingenieure die meisten Mathematiker in die Tasche.



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DavidM
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2020-09-20 21:40 - PrinzessinEinhorn in Beitrag No. 14 schreibt:
Also Beutelspacher ist nur das was ich kenne.
Ich kenne die alternative Literatur zur linearen Algebra eben nicht.


Ich finde, der Beutelspacher ist durchaus eine gute Empfehlung. Man sollte zwar beachten, dass dieses Buch vom Niveau her unter einer typischen Lineare Algebra für Mathematiker-Vorlesung liegt (das gilt vor allem für die Aufgaben im Buch!), für das Selbststudium zur Vorbereitung halte ich es aber für eine ziemlich gute Wahl.

Gruß,
David



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PrinzessinEinhorn
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@DavidM:

Ja, die Übungsaufgaben im Beutelspacher sind auch mein größter Kritikpunkt. Da diese größtenteils recht langweilig sind, oder nicht gerade einladend sind sich damit zu beschäftigen.
Von 30 Aufgaben sind vielleicht 5 interessant.

Es geht mehr darum den Text, und die angegebenen Beweise zu verstehen, und hier sorgfältig zu sein.
Nicht selten lautet eine Übungsaufgaben dann ja auch "Beweise Satz X nochmal".

Dafür enthält das Buch dann aber die sog. Projekte. Die dann anspruchsvoller sind.



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