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Universität/Hochschule Welche Forschungsmethoden verwendet ihr?
Sigmund
Neu Letzter Besuch: vor mehr als 3 Monaten
Dabei seit: 08.02.2018
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Themenstart: 2018-02-11


Hallo zusammen,

Dann stelle Ich mal meine erste Frage...

Ich versuche den Begriff "Forschungsmethode" genauer zu verstehen, tue mich aber irgendwie schwer damit. Ich habe im Internet gelesen, dass eine Forschungsmethode ein absolutes Muss ist um eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben. Ich habe meine Masterarbeit schon geschrieben und auch mit der Bestnote abgeschlossen. Trotzdem wüsste ich nicht genau welche Methode ich dabei verwendet habe...

Welche Forschungsmethode(n) verwendet man z.B in folgenden Fällen?

eine Masterarbeit über ein numerisches Verfahren welches auch implementiert und auf ein ganz spezielles Problem angewendet wird, oder
als PostDoc am P-NP Problem arbeiten.

Ich würde jetzt mal ganz kühn behaupten, dass man bei wissenschaftlichen Arbeiten in der Mathematik nie die eine Forschungsmethode verwendet sondern immer eine Mischform. Liege ich mit dieser Einschätzung richtig?

Ich habe hier noch einen sehr informativen Link um die Diskussion vielleicht ein wenig anzukurbeln:

www.uni-erfurt.de/seminarfach/kurs/4/

Ich würde mich sehr über anregende Ideen zum Thema Forschungsmethode und wissenschaftliches Arbeiten freuen.

Mit besten Grüßen
Sigi



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phiregen
Aktiv Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 18.08.2010
Mitteilungen: 464
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.1, eingetragen 2018-02-13


Hi,

offenbar meinst so ein bisschen die Arbeitsplanung etc.

Nun, da ich noch den Doktor mache, erläutere ich meine Methode.

Ich lese alle Papers meines Doktorvaters und alle die er jemals zitiert hat (zum Glück waren das insgesamt vielleicht nur 200,300. Dann schaue ich weiter, was da so für Papers empfohlen wurden.

Nach und nach tauchen einige Namen/Titel immer wieder auf und dann weis man was so die großen Momente in der Theorie waren und von wem sie aufgestellt wurden. Die wichtigsten Theoreme lernt man dabei auch noch kennen (quadratische Formen z.B 1. Satz von Witt 2. Hasse Prinzip 3. Satz von Springer). Irgendwann schreibe ich dann auf Papier ein dinge auf die mir so einfallen. Dies sammle ich dann immer weiter und lese permanent weiter. Nach und nach stellen sich immer wieder neue Fragen. Wieso eigentlich Autor X andauernd irgendeine Eigenschaft? Wo geht die ein. Dann stellt sich heraus, man hatte etwas überlesen. Bücher werden dann durchgewälzt.
Irgendwann kennt man die Nummern der wichtigsten Seiten. Und dann irgendwann stellt man fest, dass selbst die krassen neuen Ergebnisse immer gerade so erbracht wurden, dass eigentlich nur ein Sonderfall ausgebeutet wird. Und dann fängt man selbst an einen anderen Fall zu beweisen und dann hat man was echt neues. Nachdem einem dann selbst die abgefahrensden Theoreme und Tabellen dazu 1:1 ins Hirn übergegangen sind, dass selbst der Doktorvater sagt: "Ich muss nochmal nachgucken. Wieviel? Was ist der Wert?"
, dann ist man ganz vorne dabei im Thema und auf diesem Level, weis man dann auch was man auf jeden Fall in die Arbeit schreiben muss, wenn man daraus etwas folgern will.

Das Schlimmste wird es dann, diese Papierblätter zu techen. Ich habe sie vorher, zumindest die Hauptergebnisse soweit möglich, in Word getippt.
Jetzt texe ich die Tage mal. Wüäää :)




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Kitaktus
Senior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 11.09.2008
Mitteilungen: 5329
Aus: Niedersachsen
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.2, eingetragen 2018-02-14


Auf der verlinkten Seite werden sieben Methoden genannt, wobei das doch recht allgemein gehalten ist und sich nicht eins-zu-eins auf Mathematik übertragen lässt.

1.  Quellen untersuchendes Vorgehen. Quellen untersuchende Arbeiten
2.  Empirisches Vorgehen. Empirische Arbeiten
3.  Auf Anwendung ausgerichtetes Vorgehen. Angewandte Arbeiten
4.  Theoretisieren/Philosophieren. Theoretische/philosophische Arbeiten
5.  Wissen zu einem Thema zusammenführen. Zusammenfassende Arbeiten
6.  Kombinationen und Mischformen aus 1 – 5. Polymethodische (vom Forschungsansatz mehrmethodische) und interdisziplinäre Arbeiten
7.  Künstlerisches Tun wissenschaftlich begleiten und nachbereiten. Künstlerisch-wissenschaftliche Arbeiten

Ein Unterscheidungskriterium vermisse ich etwas. Es gibt Problemorientierte Arbeiten, bei denen ein Problem (oder eine Frage) im Vordergrund steht, dem man sich so gut wie möglich zu nähern versucht. Ein bisschen wird das von 3. mit abgedeckt. Es gibt aber auch Technikorientierte Arbeiten, in denen man eine bestimmte Technik auf neue Probleme anwendet.

Ich denke, dass in verschiedenen Gebieten (und zu verschiedenen Zeiten) auch ganz unterschiedliche Ansätze zum Ziel führen.
Es gibt einige Beispiele in der Mathematik, wo zunächst durch empirische Ansätze Vermutungen generiert wurden. Später (zum Teil _viel_ später) führten Problemorientierte Ansätze dazu, bestimmte Techniken erstmals auf diese bestimmte Art von Fragen anzuwenden. Erfolgreiche Techniken wurden dann verfeinert, verallgemeinert und auf andere Probleme angewandt. Jemand hat viele solcher Arbeiten studiert und die Ergebnisse zusammengefasst. Mit der Zeit entwickelte sich daraus ein Theoriegebäude. Es kommen Arbeiten dazu, die bestehende Lücken schließen, bekannte Sätze "schöner" beweisen, Balkone anbauen usw.



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Chandler
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Dabei seit: 07.03.2011
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Aus: Hamburg
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.3, eingetragen 2018-02-14


2018-02-13 23:26 - phiregen in Beitrag No. 1 schreibt:
Ich lese alle Papers meines Doktorvaters und alle die er jemals zitiert hat (zum Glück waren das insgesamt vielleicht nur 200,300. Dann schaue ich weiter, was da so für Papers empfohlen wurden.

Hut ab! Von meinem Doktorvater habe ich wirklich nur die Arbeiten gelesen, die mich wirklich betroffen haben und auch nur eine einzige richtig intensiv, da ich auf dieser aufbauen wollte. Ich wäre ja gar nicht mehr zu eigener Forschung gekommen, wenn ich diese ganze Arbeiten hätte lesen wollen. Aber selbstverständlich wäre dieses Wissen extrem hilfreich gewesen.



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Carmageddon
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Dabei seit: 22.12.2009
Mitteilungen: 565
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.4, eingetragen 2018-02-18


2018-02-14 21:41 - Chandler in Beitrag No. 3 schreibt:
2018-02-13 23:26 - phiregen in Beitrag No. 1 schreibt:
Ich lese alle Papers meines Doktorvaters und alle die er jemals zitiert hat (zum Glück waren das insgesamt vielleicht nur 200,300. Dann schaue ich weiter, was da so für Papers empfohlen wurden.

Hut ab! Von meinem Doktorvater habe ich wirklich nur die Arbeiten gelesen, die mich wirklich betroffen haben und auch nur eine einzige richtig intensiv, da ich auf dieser aufbauen wollte. Ich wäre ja gar nicht mehr zu eigener Forschung gekommen, wenn ich diese ganze Arbeiten hätte lesen wollen. Aber selbstverständlich wäre dieses Wissen extrem hilfreich gewesen.

Dito.

Wie genau hast du sie denn gelesen? Nur überflogen oder wirklich gelesen und alles nachvollzogen?
Ich lese die meisten Paper nur kurz quer um einen Eindruck zu bekommen ob es zu meiner Forschung passt oder eher nicht. Danach entscheide ich mich ob ich ins Detail gehe oder nicht.


-----------------
Zitat: "Es gibt einen Beweis aus der Physik: Er ist kurz, er ist elegant... und falsch"



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Sigmund
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.5, vom Themenstarter, eingetragen 2018-02-24


Ok, vielen Dank für eure Antworten. Ich freue mich über neue Ideen ...



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Folgende Antworten hat der Fragesteller vermutlich noch nicht gesehen.
Er/sie war noch nicht wieder auf dem Matheplaneten
phiregen
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.6, eingetragen 2018-03-31


Naja der Doktorvater hat ca. 20 Papers. und ist noch unter 40 :)

Lesen heißt erstmal tatsächlich lesen, so wie man ein Buch liest.

Nachvollziehen nur bei dem was ich 1.verwenden möchte oder 2. was mich wirklich interessiert :p
Wichtig ist, dass man sich die Aussagen merkt und die Reihenfolge in welcher die vorkommen.

Tatsächlich spielt aber auch die Zeit eine Rolle, da man auch noch ganz andere Dinge zu tun hat, als sich mit der Dissertation zu befassen.
Sonst würde die am Ende 10 Jahre dauern.


Was ich auch öfters mache: ich halte vor mir selbst Vorträge. Die sind mittlerweile manchmal recht lang.




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kurtg
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.7, eingetragen 2018-03-31


Beim Lesen von mathematischen Texten: (Gegen-)Beispiele und einfache Spezialfälle und Korollare überlegen.



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Nichtaristoteles
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.8, eingetragen 2018-03-31


2018-02-13 23:26 - phiregen in Beitrag No. 1 schreibt:
Hi,

offenbar meinst so ein bisschen die Arbeitsplanung etc.

Nun, da ich noch den Doktor mache, erläutere ich meine Methode.

Ich lese alle Papers meines Doktorvaters und alle die er jemals zitiert hat (zum Glück waren das insgesamt vielleicht nur 200,300. Dann schaue ich weiter, was da so für Papers empfohlen wurden.

Nach und nach tauchen einige Namen/Titel immer wieder auf und dann weis man was so die großen Momente in der Theorie waren und von wem sie aufgestellt wurden. Die wichtigsten Theoreme lernt man dabei auch noch kennen (quadratische Formen z.B 1. Satz von Witt 2. Hasse Prinzip 3. Satz von Springer). Irgendwann schreibe ich dann auf Papier ein dinge auf die mir so einfallen. Dies sammle ich dann immer weiter und lese permanent weiter. Nach und nach stellen sich immer wieder neue Fragen. Wieso eigentlich Autor X andauernd irgendeine Eigenschaft? Wo geht die ein. Dann stellt sich heraus, man hatte etwas überlesen. Bücher werden dann durchgewälzt.
Irgendwann kennt man die Nummern der wichtigsten Seiten. Und dann irgendwann stellt man fest, dass selbst die krassen neuen Ergebnisse immer gerade so erbracht wurden, dass eigentlich nur ein Sonderfall ausgebeutet wird. Und dann fängt man selbst an einen anderen Fall zu beweisen und dann hat man was echt neues. Nachdem einem dann selbst die abgefahrensden Theoreme und Tabellen dazu 1:1 ins Hirn übergegangen sind, dass selbst der Doktorvater sagt: "Ich muss nochmal nachgucken. Wieviel? Was ist der Wert?"
, dann ist man ganz vorne dabei im Thema und auf diesem Level, weis man dann auch was man auf jeden Fall in die Arbeit schreiben muss, wenn man daraus etwas folgern will.

Das Schlimmste wird es dann, diese Papierblätter zu techen. Ich habe sie vorher, zumindest die Hauptergebnisse soweit möglich, in Word getippt.
Jetzt texe ich die Tage mal. Wüäää :)



Sehr interessant!



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