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Schule Empfehlungen Schulbücher
wuzlhuber
Junior Letzter Besuch: in der letzten Woche
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Themenstart: 2020-10-06


Hallo Forum,

ich bin neu hier und würde gerne den Mathestoff der Oberstufe (ich meine die vier Klassen bis zum Abitur) auffrischen. Mein Abi habe ich vor 20 Jahren gemacht, ich war damals in Mathematik nicht unbegabt, aber nur teilweise interessiert, also habe ich nach zwei Schularbeiten mit guten Noten lieber Musik gemacht als Mathe.

Jetzt aber interessiert mich das Ganze wieder und daher würde ich gerne wieder auf den Abi-Stand kommen.

Daher: Welche Schulbücher für ein naturwissenschaftlich ausgerichtetes Gymnasium sind heute empfehlenswert? Ich bin eher der Typ, der schön ausformulierte Erklärungen schätzt, dann aber gerne viel übt und auch ein wenig experimentiert. Ich hätte also gerne sehr viele Übungsaufgaben.

Fürs erste reichen Schulbücher für die ersten beiden Klassen (5., 6. Klasse).
Vielleicht lesen hier Mathematiklehrer mit.

Ich danke euch für Antworten.



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Diophant
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Dabei seit: 18.01.2019
Mitteilungen: 5201
Aus: Rosenfeld, BW
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.1, eingetragen 2020-10-06


Hallo und willkommen hier im Forum!

Vorneweg: ich halte Schulbücher für das was du machen möchtest für völlig ungeeignet. Zwar wirst du dort Übungsaufgaben zuhauf finden, aber ein Schulbuch (zumindest ein deutsches) ist kein Lehrbuch. Die Erklärungen zu den einzelnen Sachverhalten sind oft sehr skizzenhaft und bedürfen der weiteren Erläuterung durch die Lehrkraft (und so ist das m.W. auch gedacht).

Desweiteren sind die Dinger recht teuer. Da musst du pro Klassenstufe schon so ca. 30 Euro einrechnen, und wenn du noch die Lösungsbücher dazu haben möchtest, pro Lösungsbuch das gleiche nochmal.

Außerdem ist der Stil jetzt auch nicht unbedingt das, was man im Erwachsenenalter für ein solches Vorhaben gerne hätte.

Ich würde das anders angehen. Ich würde mir einen Stoffplan machen (das könnte man hier auch gemeinsam erarbeiten). Einiges wirst du sowieso noch können, ganz einfach, weil man es im Alltag auch ständig braucht und wie selbstverständlich anwendet (Rechnen mit ganzen und rationalen Zahlen etwa). Und dann dazu gezielt nach geeigneter Literatur suchen (auch das könnten wir hier gemeinsam erledigen).

Auf der anderen Seite gibt es teilweise ganz gute Bücher, die ihre Leser im Prinzip dort abholen, wo du jetzt stehst und entweder an das Uni-Niveau heranführen oder sogar begleitend für ein Studium gedacht sind. Das hört sich schwieriger an, als es ist, denn insbesondere die schwierigeren Themen der Analysis, Analytischen Geometrie und Stochastik sind dort dann i.d.R. recht verständlich aufbereitet.

Du wirst nicht alles dort finden, vor allem auf die Geometrie wird in solchen Werken wenig bis gar nicht eingegangen.

Hast du denn eine gut sortierte Leihbibliothek in deiner Nähe? In größeren Städten wimmelt es in den Leihbibliotheken i.d.R. von Büchern, die geeignet wären (und das wäre ja auch eine kostengünstigere Variante). Ich kenne das zumindest von meiner Heimatstadt Stuttgart so.

Das wären so grob meine Gedanken dazu. Denn geeignete Bücher, die gezielt für dein Vorhaben konzipiert sind gibt es im deutschsprachigen Raum leider so gut wie nicht. Oder eigentlich gar nicht, ich kenne zumindest keines.

Vielleicht erbarmt sich eines Tages mal jemand und schreibt ein solches Werk...


Gruß, Diophant

PS: ich habe deine Frage mal in ein geeigneteres Unterforum verschoben.


[Verschoben aus Forum 'Bücher & Links' in Forum 'Bücher & Links' von Diophant]



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DerEinfaeltige
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Dabei seit: 11.02.2015
Mitteilungen: 2499
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.2, eingetragen 2020-10-06


Ich würde mal die Kusch-Reihe in den Raum stellen.
Ältere Auflagen sollte man für 10-15€ pro Band bekommen.


Den dritten Band habe ich selbst noch nie als Material benutzt.
Die Bände zu Algebra und Geometrie sind ungleich besser als viele aktuelle Schulbücher.
Insbesondere die Aufgaben mit technischem und naturwissenschaftlichem Hintergrund finde ich ausgesprochen erfrischend.
Geht es um Proportionen rechnet man hier auch mal mit dem Hebelgesetz oder Drehzahlen und geht es um das Volumen zusammengesetzter Körper bekommt man bspw. die technische Zeichnung eines Werkstücks vorgesetzt.


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Why waste time learning when ignorance is instantaneous?
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viertel
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Dabei seit: 04.03.2003
Mitteilungen: 27542
Aus: Hessen
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.3, eingetragen 2020-10-06


Nicht das neueste Werk (aber hey, 1+1 ist immer noch 2):
Mathematik erleben (Rezension auf dem Matheplaneten)
Von 1996, immer noch bei Amazon zu finden: Mathematik erleben: Ein Lehr- und Übungsbuch für Schule und Praxis
Es sind übrigens 3 Bände (Taschenbuch ist gut, die Bücher haben A4 Format, je ca. 350 Seiten), die alle Themenbereiche abklopfen, siehe obige Rezension. Kein Uni-Level, aber gut genug, altes Wissen aufzufrischen.

Mist 😖
Bin gerade mal dem Link auf Amazon nachgegangen. Das gibt es anscheinend nur noch gebraucht, und leider keine Neuauflage.


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wuzlhuber
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Dabei seit: 06.10.2020
Mitteilungen: 11
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.4, vom Themenstarter, eingetragen 2020-10-07


Danke allen für die Antworten.

@Diophant: Deine Ansicht klingt plausibel. Der Gedanke, dass ich durch Selbststudium an Uni-Niveau herangeführt werde, gefällt mir.

Ich wäre dir, aber auch allen anderen sehr dankbar, wenn ihr mir beim Erstellen eines Stoffplans helfen könntet.
Dann wäre ich aber wiederum für Literaturtipps pro Thema dankbar. Bibliothek habe ich der Nähe eine, ich lerne aber lieber aus eigenen Büchern oder Kopien, weil ich gerne Anmerkungen mache. Das soll aber *nicht* bedeuten, dass mich nur Empfehlungen von aktuell erhältlichen Büchern interessieren. Wenn ein älteres Buch gut ist, borge ich es mir lieber aus als ein schlechtes zu kaufen.

Nur: Wie fange ich mit dem Stoffplan an? Ich kann mich ja nicht mehr genau erinnern, was wir in der 5. Klasse gemacht haben. Evtl. Verknüpfungen (Abelsche Gruppen, Kommutativität, inverses Element etc.)?



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willyengland
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Dabei seit: 01.05.2016
Mitteilungen: 272
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.5, eingetragen 2020-10-07


Meinst du 5./6. Klasse in Deutschland?

Das wäre dann etwa:

Algebra:
Addition und Subtraktion
Multiplikation und Division
Bruchrechnen
Prozentrechnung
Zinsrechnung
Dreisatz
Rationale Zahlen
Primzahlen
Zerlegung in Primfaktoren

Geometrie:
Größen/Maße (Längen, Gewichte, Zeiten)
Volumeneinheiten
Geometrische Grundbegriffe:Punkt, Gerade, Strecken, Kreis, Vierecke, Winkel
Flächenberechnung
Volumenmessung Quader/Würfel
Symmetrie (Punkt-, Achsenspiegelung)



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Kezer
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Dabei seit: 04.10.2013
Mitteilungen: 1023
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.6, eingetragen 2020-10-07


Man kann Lehrpläne des Schulunterrichts im Internet finden, es wäre aber wahrscheinlich hilfreich, wenn du dir überlegst, welche Sachen du bereits kannst. Ich finde Diophants Tipps sehr gut.

Ich weiß allerdings auch nicht, ob es so empfehlenswert ist, wirklich Schulmathematik neu zu lernen. Vieles ist unnötig und auch nicht wirklich spannend (ein Grund wieso viele nichts mit Mathematik anfangen können).

Vielleicht könnte ein bisschen Schnuppern auf Seiten wie brilliant.org auch ganz gut passen?

P.S. Ich denke, der durchschnittliche Unterstufenschüler weiß nicht, was eine abelsche Gruppe ist. :-D


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The difference between the novice and the master is that the master has failed more times than the novice has tried. ~ Koro-Sensei



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wuzlhuber
Junior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 06.10.2020
Mitteilungen: 11
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.7, vom Themenstarter, eingetragen 2020-10-07


@willyengland: Sry, ich meinte die 5. Klasse Gymnasium in Österreich, Altersgruppe 14 bzw. 15 Jahre. Die 5. bis 8. Klasse bilden in AT die Oberstufe. Habe in  AT Abi gemacht und kenne das deutsche Schulsystem nicht gut.

Sry für die Verwirrung.
[Die Antwort wurde nach Beitrag No.5 begonnen.]



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DerEinfaeltige
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Dabei seit: 11.02.2015
Mitteilungen: 2499
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.8, eingetragen 2020-10-07


2020-10-07 13:27 - Kezer in Beitrag No. 6 schreibt:

P.S. Ich denke, der durchschnittliche Unterstufenschüler weiß nicht, was eine abelsche Gruppe ist. :-D

Vermutlich weiß es auch die Mehrheit der überdurchschnittlichen Oberstufenschüler nicht.
Zumindest in Hessen sind algebraische Strukturen bestenfalls Wahlbereich für Leistungskurse.


Aus dem hessischen Kerncurriculum für die Oberstufe:

E1/E2 – Analysis I
E.1 Funktionen und ihre Darstellung
E.2 Einführung des Ableitungsbegriffs
E.3 Anwendungen des Ableitungsbegriffs
E.4 Exponentialfunktionen
E.5 Trigonometrische Funktionen
E.6 Weitere Ableitungsregeln
E.7 Weitere Verfahren zum Lösen von
 Gleichungen
E.8 Folgen und Reihen

Q1 – Analysis II
Q1.1 Einführung in die Integralrechnung
Q1.2 Anwendungen der Integralrechnung
Q1.3 Vertiefung der Differenzial- und
 Integralrechnung
Q1.4 Funktionenscharen
Q1.5 Approximation
Q1.6 Weitere Anwendungen der
 Integralrechnung

Q2 – Lineare Algebra und Analytische
Geometrie
Q2.1 Lineare Gleichungssysteme (LGS)
Q2.2 Orientieren und Bewegen im Raum
Q2.3 Geraden und Ebenen im Raum
Q2.4 Matrizen zur Beschreibung von
 Übergangsprozessen
Q2.5 Matrizen zur Beschreibung linearer
 Abbildungen
Q2.6 Vertiefung der Analytischen Geometrie
 (nur Grundkurs)

Q3 – Stochastik
Q3.1 Grundlegende Begriffe der Stochastik
Q3.2 Berechnung von Wahrscheinlichkeiten
Q3.3 Wahrscheinlichkeitsverteilungen
Q3.4 Hypothesentests (für binomialverteilte
 Zufallsgrößen)
Q3.5 Prognose- und Konfidenzintervalle (für
 binomialverteilte Zufallsgrößen)

Q4 – Themenfelder mit prozess- bzw.
inhaltsbezogenem Schwerpunkt
Q4.1 Argumentieren und Beweisen
Q4.2 Problemlösen
Q4.3 Modellieren
Q4.4 Gewöhnliche Differenzialgleichungen
Q4.5 Numerische Optimierung
Q4.6 Kreis und Kugel
Q4.7 Weitere Wahrscheinlichkeitsverteilungen
Q4.8 Komplexe Zahlen
Q4.9 Graphentheorie


Rund die Hälfte der jeweiligen Unterpunkte ist dabei optional und kann entweder frei gewählt werden (Q4) oder wird für jeden Abiturjahrgang per Erlass festgelegt (E1-Q3).


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PrinzessinEinhorn
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Dabei seit: 23.01.2017
Mitteilungen: 2608
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.9, eingetragen 2020-10-07


Was genau sind denn eigentlich deine Beweggründe jetzt wieder den Schulstoff aufzufrischen?

Mir ist zum Beispiel gar nicht klar, was denn dein Ziel ist.
Einfach den Schulstoff zu wiederholen ist meines Erachtens nicht ratsam, weil man es eben auch spannender haben kann, aber dazu wurde ja schon einiges geschrieben.

Es muss ja aber auch nicht direkt ein Lehrbuch für die Uni sein, weil das ja doch recht verschieden vom Schulstoff ist.

Was kannst du in der (Schul-)Mathematik?
Was möchtest du gerne können?

Beherrscht du einfache Termumformungen?
Kannst du lineare Gleichungen lösen? Kennst du Lösungsmethoden für Gleichungen zweiten Grades? Polynomdivision?
Kannst du lineare Gleichungssysteme lösen?


Ich glaube eine gute Anlaufstelle für einen Überblick können die sog. Vorkurse an der Uni bieten, die vor einem mathematischen Studiengang angeboten werden.
Dort wird dann alles mehr oder weniger kurz zusammengefasst, was man können sollte.

Guck zum Beispiel mal hier:



Wenn du dort scrollst findest du Videos und Übungsaufgaben.

Auch



Also den relevanten Schulstoff nochmal kurz zusammengefasst.

Wenn du zu einem bestimmten Thema mehr wissen möchtest, kannst du das dann ja entsprechend recherchieren, oder wir können zu einzelnen Themen sicherlich auch mehr sagen.

Was man etwa vorher gemacht haben sollte.

Du findest viele Materialien zu solchen Vorkursen.

Dabei habe ich das Buch "Mathe-Basics zum Studienbeginn" von Albrecht Beutelspacher entdeckt, was vielleicht für deine Zwecke geeignet sind.
Ich konnte mir das Buch über den Uni-Server runterladen, und habe es mal überflogen.
Für deine Zwecke wahrscheinlich eher ungeeignet, aber das kannst du besser entscheiden.
Es geht schon weit über den Schulstoff hinaus. Jedenfalls aus heutiger Sicht und behandelt Themen die erst im Studium drankommen.



Mit wirklichen Schulbüchern solltest du aber wohl definitiv nicht lernen.
Es gibt sicherlich passendere Literatur die dir helfen kann.

Ansonsten findet man heute dazu wahrscheinlich auch alles im Internet, auch wenn ich verstehe, dass du lieber ein Buch hättest.

Guck zum Beispiel mal hier:



Bei der Seite ist zu beachten, dass diese "Referate" teilweise von Schülern geschrieben sind. Formeln werden teilweise nicht dargestellt.
[Ich hatte da vor vielen Jahren (im Abitur) selber mal ein paar  geschrieben... Ich sehe gerade, dass die eigentlich ganz gut bewertet sind mittlerweile... Ich traue mich aber nicht, da mal näher drüber zugucken. Vielleicht muss ich dem Betreiber der Seite mal das Angebot machen, die Texte gegebenenfalls zu überarbeiten.... Und dafür habe ich 10€ damals bekommen?!?]

[Die Antwort wurde nach Beitrag No.7 begonnen.]



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Kuestenkind
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Dabei seit: 12.04.2016
Mitteilungen: 1840
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.10, eingetragen 2020-10-07


Huhu,

ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass in der Unterstufe schon der Begriff der Gruppe thematisiert wurde. Dort begann es ja erstmal mit Verknüpfungen. Auch in meinem alten Schulbuch beginnt diese Thematik erst in Klassenstufe 8. Dort wird dann auch von kommutativen Gruppen gesprochen - siehe:



Ich erinnere mich aber, dass ich als junger Schüler diesen Themenkomplex sehr trocken und nicht wirklich motivierend fand (gut - ich finde auch heute noch die Analysis wesentlich spannender). Inwieweit dieser Themenkomplex also Schüler für Mathematik interessieren kann vermag ich gerade nicht wirklich zu beurteilen.
Heute findet man diese Begriff in S.-H. überhaupt nicht mehr wieder im Lehrplan. Das betrifft aber auch noch andere Themen: So wurde z.B. das Thema Mengen durch "Diagramme" ersetzt. Da weigere ich mich bis heute standhaft und fange dennoch jedes Mal wieder mit Mengen an, anstatt Strichlisten zu erstellen und Balken- und Säulendiagramme zu zeichnen. Dafür darf ich dann auf jedem ersten Elternabend mir auch ordentlich Schimpfe anhören. Aber egal, das ist es mir wert.

Gruß,

Küstenkind


[Die Antwort wurde nach Beitrag No.8 begonnen.]



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Diophant
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Aus: Rosenfeld, BW
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.11, eingetragen 2020-10-07


Hi,

da ich heute nicht so die Zeit habe mich da reinzuknien und außerdem ja schon viele andere gute Hinweise eingangen sind, nur ein paar kürzere Bemerkungen.

2020-10-07 12:38 - wuzlhuber in Beitrag No. 4 schreibt:
@Diophant: Deine Ansicht klingt plausibel. Der Gedanke, dass ich durch Selbststudium an Uni-Niveau herangeführt werde, gefällt mir.

Mit dem, was man landläufig so "Selbststudium" nennt, kann man gerade in der Mathematik viel weiter kommen als in anderen Fächern. Das hängt natürlich vom Aufwand ab, den man treibt, und man muss ehrlich zu sich selbst sein, und eben auch mal sagen können: "ok, bis hier her mal fürs erste, alles weitere überlasse ich dann besser den Experten".

Ich würde für mich persönlich bspw.  sagen, dass ich ca. 80% meiner Kenntnisse auf diesem Weg erlangt habe.

2020-10-07 12:38 - wuzlhuber in Beitrag No. 4 schreibt:
Bibliothek habe ich der Nähe eine, ich lerne aber lieber aus eigenen Büchern oder Kopien, weil ich gerne Anmerkungen mache...

Das war jetzt eher so gemeint, dass man mal den Bestand einer solchen Bibliothek durchforstet, das was einem aufs erste zusagt ausleiht und versucht, damit zu arbeiten. Wenn man dann merkt, dass einem das Buch zusagt (passiert auch manchmal mit Büchern, die eigentlich zu schwere Kost sind 😁), dann kann man es ja kaufen. Auf diese Art und Weise bin ich zu einigen meiner Mathebücher gekommen, bspw. zu
diesem hier. Das würde man nämlich bei dem Preis nicht einfach so mal kaufen (ich habe das noch zu D-Mark-Zeiten gekauft, es hat glaube ich damals 110 DM gekostet).

2020-10-07 12:38 - wuzlhuber in Beitrag No. 4 schreibt:
Nur: Wie fange ich mit dem Stoffplan an? Ich kann mich ja nicht mehr genau erinnern, was wir in der 5. Klasse gemacht haben. Evtl. Verknüpfungen (Abelsche Gruppen, Kommutativität, inverses Element etc.)?

Es hängt auch ein wenig davon ab, was dich interessiert, in welche Richtung es gehen soll. Zu Beginn würde ich mich mal selbst prüfen, inwieweit das schriftliche Rechnen, insbesondere Bruchrechnung noch klappt und die Regeln bekannt sind.

Der zweite Komplex wären die Potenz- und Logarithmengesetze.

Dann das Thema Gleichungen und Ungleichungen. Bei den Gleichungen sind zunächst mal lineare und quadratische Gleichungen wichtig, daneben auch Bruchgleichungen, einfache Exponential- und Logarithmusgleichungen, ggf. auch einfache Wurzelgleichungen. Bei den Ungleichungen kann man sich am Anfang auf lineare und quadratische Ungleichungen beschränken und sich eventuelll noch an einfache Betragsungleichungen wagen.

Und als vierte Grundsäule würde ich in der Geometrie einige wichtige elementargeometrische Sätze durchgehen, bspw. die Sätze von Thales und Pythagoras sowie die Strahlensätze. Zum Thema Dreiecke die Kongruenzsätze und damit zusammenhängend Dreieckskonstruktionen. Und dann noch etwas Kreisgeometrie, dort Umfangs- und Peripheriewinkelsatz, sowie vielleicht noch Sehnen- und Tangentensatz. Nicht zu vergessen die ganzen Formeln, insbesondere für Flächeninhalte aber auch den Kreisumfang. Etwas Stereometrie (also räumliche Geometrie) kann auch nicht schaden.

Wenn du das soweit (wieder) drauf hast, dann könntest du dir ein solches Werk, wie ich es oben erwähnt habe, vornehmen.

Eine von mehreren Möglichkeiten wäre das sehr bekannte und beliebte dreibändige Werk

Lothar Papula: Mathematik für Ingenieure und Naturwissenschaftler

Das hat im Vergleich zu ähnlichen Werken den Vorteil, dass die Erklärungen besonders anschaulich sind (dafür wird praktisch nichts bewiesen).

Das wären so auf die Schnelle meine Ideen.

Ich wünsche dir bei deinem Vorhaben jedenfalls viel Erfolg. 🙂


Gruß, Diophant



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Kezer
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.12, eingetragen 2020-10-07


@Kuestenkind: Spannend! Sowas wird man heutzutage in Deutschland wohl nicht mehr im Schulbuch sehen (zumindest in Bayern ganz sicher nicht). So wie es in deinem Bild präsentiert wurde, sieht es wirklich nicht sehr appetitlich aus. Das kann man schon viel spannender gestalten.


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wuzlhuber
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.13, vom Themenstarter, eingetragen 2020-10-07


2020-10-07 14:42 - PrinzessinEinhorn in Beitrag No. 9 schreibt:
[...]
Danke für die ausführliche und instruktive Antwort.

Beweggrund: Seit längerem ein eher allgemeines Bedürfnis, mehr über Mathematik zu wissen. Was mich später besonders interessieren wird, weiss ich jetzt noch nicht.

Kenntnisse: Mengenlehre und Aussagen/Prädikatenlogik gehen gut, das hatte ich im Studium.

Der Rest ist halt verschüttet. Manchmal habe ich kl. Schwierigkeiten mit der Notation, da hat das Vergessen sehr gründlich funktioniert.

Die beiden Links zu den Vorkursen sind genau das, was ich vorerst suche, besten Dank! Ich glaube, das ist ein guter Weg, wieder reinzufinden. Danke auch für den Referate-Link.

Das einzige Manko, das ich jetzt sehe, ist, dass die Übungsaufgaben keine Lösungen besitzen. Wenn ich mir bei einer Lösung nicht sicher bin, könnte ich hier ja nachfragen.
Der Beutelsbacher scheint sehr interessant zu sein. Den lasse ich aber erstmal.
Mal sehen, wie es mir geht beim Wiederholen.



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PrinzessinEinhorn
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.14, eingetragen 2020-10-07



Das einzige Manko, das ich jetzt sehe, ist, dass die Übungsaufgaben keine Lösungen besitzen.

Es gibt heutzutage sehr viele Möglichkeiten sich selber zu kontrollieren, bzw. kostenlose und schnelle Hilfe im Internet zu bekommen.

Hier nachfragen geht natürlich immer.

Selber kontrollieren kannst du dich (je nach Fragestellung) mit einem Funktionsplotter, wenn es etwa um Ableitungen, Nullstellensuche, oder eben alles was mit Kurvendiskussion zu tun hat.

Ein anderer hilfreicher Link im Internet wäre zum Beispiel wolframalpha.com
Damit kannst du dich auch gewissermaßen kontrollieren.

Es gibt viele Möglichkeiten, und "kreative" Möglichkeiten sich selbst zu kontrollieren.



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wuzlhuber
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Danke PrinzessinEinhorn für die Tipps. Jetzt weiss ich auch, was ein Funktionsplotter ist :-)
Das ist das, was ich in der schule gern gehabt hätte!
Ich übe schon fleissig, macht Spass.

Interessant finde ich, dass es grosse Unterschiede in der Schwierigkeitsstufe der verschiedenen Vorkurse gibt.



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